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Abenteuer Blind Booking

Abenteuer Blind Booking

Vorweg: Dieser Post ist nicht gesponsert. Ich habe die Reise komplett selbst bezahlt und hatte eigentlich gar keinen Blogpost dazu im Kopf. Da es aber so viele Fragen zum Thema Blindbooking gab, gibt es nun doch einen Post dazu.

Abenteuer Blindbooking

„Wollen wir mal wieder zusammen verreisen?“ –
„Ja gern, aber es muss möglichst günstig sein, ich schwimme derzeit nicht gerade in Geld.“

So oder so ähnlich war das Ursprungsgespräch von meiner Freundin Melissa und mir, als wir uns am Donnerstag vor den Osterfeiertagen bei ihr getroffen hatten (eigentlich, um Wein zu trinken und uns über die Topmodels auf ProSieben lustig zu machen… Du kennst das!). Auf meiner To-Do Liste steht übrigens, dass ich gern mal mit gepackten Koffern zum Flughafen fahren will und einfach spontan verreise. Nun, ganz so spontan war unser Blind Booking zwar nicht, aber eine Überraschung war es trotzdem.

Was ist Blind Booking?

Googelt man nach „Blind Booking“, dann gibt es zwar einige Reiseanbieter, die Blind Booking anbieten, die einzige Airline, die es aber direkt anbietet, ist Eurowings: „Der Überraschungsflug zum Festpreis“. Bedeutet: Du suchst dir einen Abflughafen aus:

  • Köln-Bonn
  • Düsseldorf
  • Hannover
  • Hamburg
  • München
  • Stuttgart
  • Berlin-Tegel
  • Wien

eine Kategorie:

  • Sonne und Strand
  • Party
  • Kultur
  • Wandern und Natur
  • Metropolen
  • Shopping
  • Europa Mix
  • Gay-friendly (nur Köln)
  • Schnee und Ski (nur Köln)
Die auswählbaren Kategorien variieren je nach Abflugsort. Köln hat hierbei die meisten Kategorien zu bieten. Aber auch Düsseldorf, was für Melissa und mich interessant war, hat insgesamt 6 Kategorien, aus denen man wählen kann. Die Flüge kosten 33,- € pro Strecke, nur „Sonne und Strand“ ist erst ab 49,99 € zu haben. Hinter jeder Kategorie sind all die Ziele aufgelistet, zu denen es möglicherweise gehen kann. Für einen Aufpreis von 5,- € pro Passagier können Ziele auch ausgeschlossen werden. Es müssen jedoch mindestens 3 Ziele verbleiben. Logisch, sonst wäre es irgendwann ja auch keine Überraschung mehr…

Mögliche Reiseziele

Melissa und ich entschieden uns für die Kategorie „Kultur“, da hier die meisten Flugziele im allgemeinen und auch die von uns noch am wenigsten besuchten im speziellen enthalten waren:
  • Barcelona
  • Budapest
  • Faro
  • Hamburg
  • Marseille
  • Rom Fiumicino
  • Wien
  • Basel
  • Bukarest (Otopeni)
  • Florenz
  • Kopenhagen
  • München
  • Salzburg
  • Zagreb
  • Bologna
  • Dresden
  • Genf (Geneve)
  • Krakau
  • Nürnberg
  • Stuttgart
  • Breslau
  • Edinburgh
  • Göteburg
  • Mailand Malpensa
  • Paris
  • Venedig (Marco Polo)
Ausgeschlossen haben wir nur Kopenhagen, da Melissa erst vor wenigen Wochen in der Stadt war, und die deutschen Städte München, Hamburg und Nürnberg, da wir beide da schon so oft waren und wir eher nicht nach Deutschland fliegen wollten. Nach der Auswahl spielt sich der Buchungsablauf wie normal ab. Man gibt das gewünschte Abflugdatum und die Dauer an sowie alle Passagierdaten. Ich dachte ja, wir würden den Zielort erst am Flughafen erfahren, aber natürlich muss man sich ja auch noch um solche Dinge wie Unterkunft kümmern, daher macht es schon Sinn, dass das Ziel bereits direkt nach Abschluss der Buchung angezeigt wird. In unserem Fall blinkte auf dem Computerbildschirm der Name GENF (GENEVE) auf.

KuneCoco • Abenteuer Blindbooking • Genfer See

Es geht also nach Genf

Genf. Genf. Was gibt es denn in Genf? Ich wusste vom Genfer Autosalon und der UN, aber sonst? Ach, der CERN ist da doch, das hab ich mal bei Big Bang Theory gesehen. Wo genau liegt Genf überhaupt? Ach schau an, direkt an einem See. „Genfer See“, aha ja, passt ja gut. Und Frankreich und Italien ist auch nicht weit. Hm ja, also sprechen die da dann französisch? Oder italienisch? Kannst du französisch? Ich nicht. *googelt kurz* Okay, Genf ist eine der teuersten Städte Europas. Richtig gut für einen Billigurlaub. Ahahaha….
Kurz gesagt: Wir waren erstmal nicht allzu begeistert, als wir unser Flugziel erfuhren („Warum haben wir Genf nicht einfach auch ausgeschlossen?!“), aber gut: Wir wollten Überraschung, wir bekamen eine Überraschung. Auf Airbnb haben wir uns dann noch eine einigermaßen bezahlbare Unterkunft gemietet, uns einen Plan mit Sehenswürdigkeiten gemacht, in den Wetterbericht geschaut und entsetzt gesehen, dass das Wetter so gar nicht auf unserer Seite stehen würde. Hmpf. Naja, wir machen das beste draus!

 

KuneCoco • Abenteuer Blindbooking • Genf Botanischer Garten
Sehr schön: Der Botanische Garten von Genf

 

Flugzeiten

Im Internet hatte ich gelesen, dass oft über die Flugzeiten geschimpft wird. Da man keinen Einfluss auf das Flugziel hat, hat man auch keinen Einfluss darauf, um wie viel Uhr man fliegt. So ist es wohl schon vorgekommen, dass Passagiere nachmittags an ihr Ziel geflogen sind und am nächsten Morgen schon ganz früh wieder abfliegen mussten. Das war bei unserer Buchung allerdings ganz anders: Unser Flug sollte Samstags frühs um 7 Uhr starten und Montag abends um 20:15 Uhr wieder nach Hause fliegen. Wir hätten also 3 volle Tage in Genf. Mit einer bis anderthalb Flugstunden ist Genf auch nicht allzu weit weg, sodass wir Montags zwar spät (am Dienstag war ja wieder ein gnaz normaler Arbeitstag!), aber noch zu okayen Zeiten zurückfliegen würden. DACHTEN WIR.

 

KuneCoco • Abenteuer Blindbooking • Käsefondue in Genf
Käsefondue unter Beobachtung

Das Rückflug-Drama

Ja, Pustekuchen. Am Montag sind wir schon recht früh an den Flughafen gefahren und stellten fest, dass bereits ein früherer Flug nach Düsseldorf gecancelt worden ist. Panisch sind wir dann an einen Schalter und fragten nach, wo das Problem war und ob es bei unserem späteren Flug auch zu einem Flugausfall kommen könnte. „Nein, nein, das war nur ein technischer Defekt am Flugzeug. Es spricht derzeit absolut nichts dafür, dass Ihr Flug auch ausfallen wird!“ sagte die Dame lächelnd und fünf Minuten später wurde an der großen Informationstafel angezeigt, dass unser Flug schon einmal zwei Stunden später abfliegen würde. YAY. Zwei Stunden Verspätung war zwar Mist, aber aushaltbar. Melissa konnte ihre Frühschicht zum Glück mit einer Kollegin tauschen und ich hatte erst um 9 Uhr am nächsten Tag einen Termin. Sollte also alles klappen. DACHTEN WIR.
Beim (zwei Stunden verspäteten) Boarding war noch alles okay. Wir stiegen ins Flugzeug, setzten uns auf unseren Platz und warteten auf den Abflug. Und warteten. Und warteten. Schließlich informierte uns der Kapitän darüber, dass er an einem Reifen einen Riss festgestellt habe und wir noch auf einen Techniker warten müssten, der den Reifen kontrolliert. „KEINE GROSSE SACHE, VERSPROCHEN!“. Tja. Der Techniker kam, sah sich den Reifen an und entschied, dass wir mit ihm nicht weiterfliegen konnten. Der Reifen müsse ausgetauscht werden. Dafür dürften wir allerdings im Flugzeug sitzen bleiben. WOW. Er würde sich auch beeilen, damit unser Flug nicht mit dem Nachtflugverbot am Düsseldorfer Flughafen kollidieren würde. Und wieder warteten wir und warteten. Schließlich kam, es war bereits nach 23 Uhr, die Durchsage vom Kapitän: „Verehrte Fluggäste, es ist mir jetzt ein wenig unangenehm, aber es ist am Flughafen in Genf leider kein Ersatzreifen verfügbar. Ist aber nicht so schlimm, denn inzwischen ist es so spät, dass wir eh nicht vor dem Nachtflugverbot in Düsseldorf landen könnten und eine Ausnahmegenehmigung wurde soeben vom Flughafen abgelehnt lol. Wir bitten Sie nun alle auszusteigen, dieser Flug ist gecancelt kthxbye“.
150 genervte Passagiere stiegen also nach einem netten, fast zweistündigen Aufenthalt im Flugzeug genervt wieder aus. Liefen genervt zum Schalter, holten sich genervt einen Hotelgutschein ab, und fuhren genervt in das angegebene Hotel. Erster Flug des nächsten Tages sollte erst um 9:15 Uhr starten. Zu spät für Melissas Arbeitsbeginn und natürlich auch zu spät für meinen Termin um 9 Uhr. Hm. Zumindest war das Hotel ganz schön und das Frühstück am nächsten Morgen inklusive. Und obwohl der Flug um 9:15 Uhr ebenfalls mit Verspätung startete und wir erst um 11 Uhr in Düsseldorf gelandet sind: Wir haben es dann doch noch nach Hause geschafft. Abenteuer Blind Booking mit einer Verspätung von 14 Stunden beendet.KuneCoco • Abenteuer Blindbooking • Genfer See

Und wie war es nun in Genf?

Genf ist eine sehr ruhige Stadt. Für meinen Geschmack zu ruhig. Wir hatten zusätzlich das Pech, dass am Osterwochenende alles geschlossen hatte. Und damit meine ich nicht nur die Geschäfte (der CERN auch D:), sondern auch (und das wunderte mich) die Restaurants. Zusammen mit dem regnerischen Wetter war das keine besonders gute Kombination. Zum Glück wird es mit Melissa trotzdem nie langweilig und wir sind beide sehr unkompliziert. Daher haben wir uns eben die Stadt angeschaut, haben Abends mit Wein und Chips (aus dem nahegelegenen Lidl, lol #gönnung) im Apartment gesessen, in unsere Bullet Journals gezeichnet, sind nach Frankreich gefahren und auf den Berg Salève geklettert, haben uns echtes Schweizer Käsefondue gegönnt (gar nicht mal so lecker) und haben uns den Botanischen Garten angeschaut. Ich kann aber sagen: Noch einmal nach Genf reisen würde ich nicht. Ich glaube, zwei Tage kann man in der Stadt gut verbringen, mehr muss es für meinen Geschmack aber nicht sein. Unser Airbnb kann ich aber sehr empfehlen: Sauber, ganz gute Lage und (für Genf) preislich noch okay. Wenn man aber sehr geräuschempfindlich ist, sollte man sich Ohropax einpacken: Die Nachbarn schmeißen gern die ein oder andere Party.KuneCoco • Abenteuer Blindbooking • Airbnb Apartment in Genf

Wenn du ebenfalls mal über Airbnb reisen möchtest, dann nutze gern meinen Affiliate-Link: Du erhältst 30 € Reiseguthaben und ich 15 €, wenn du dich über meinen Link registrierst und deine erste Reise buchst. Natürlich keine Verpflichtung, nur ein Angebot! 😉

KuneCoco • Abenteuer Blindbooking • Genf, Mt. Salève
Mit der Seilbahn rauf auf den Berg Salève in Frankreich

 

Würde ich noch einmal mit Blind Booking verreisen?

Ja, der Rückflug war scheiße. Ja, Genf war für mich jetzt nicht unbedingt ein Highlight (sorry an alle Genfer). Ja, wir hatten Pech mit dem Wetter. Aber es war trotzdem ganz spannend und eine Erfahrung wert. Wenn du dich also für die meisten Flugziele einer Kategorie begeistern kannst, flexibel bist und dich überraschen lassen möchtest, dann ist Blind Booking das Richtige für dich. Wünschst du dir aber schon indirekt, dass deine Blind Booking Buchung auf ein bestimmtes Reiseziel hinauslaufen möge, dann check doch lieber, was ein Direktflug zu deinem Wunschziel kostet. Eventuell ist es nicht viel teurer und es ist dann genau der Ort, an dem du deinen Urlaub verbringen möchtest.
Wäre Blind Booking was für dich?

1 Kommentar

  1. 8 Monaten vor

    Hallo Jenni,

    ich war ja eine von deinen Leserinnen, die gerne mehr erfahren wollte. Das Blind Booking hört sich toll an. Danke für deinen Bericht! Schade dass es das Angebot nicht ab Memmingen gibt, das würde ich sehr gerne mal testen. Von hier fliegt allerdings Ryanair. Und das bedeutet, dass ich weiterhin gerne mal ein paar Tage nach London fliegen kann. Schade für Genf und all die anderen tollen Ziele in Europa. Aber gut für London, und für mich. Kreative Grüße aus dem Allgäu, Miriam

Wer schreibt hier?

Jenni Jenni, 28, hat einen Schweine-Tick und wohnt zusammen mit ihren beiden frechen Katern, den Schnurrberts, seit drei Jahren im schönen Düsseldorf. Schreibt hier auf KuneCoco seit 2012 über DIY und – natürlich – Schweine!
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